Interview

Warum bist du eigentlich Creative Director, Johannes?

Johannes SiegmundCreative Director10 Fragen
Frese & Wolff Werbeagentur, Foto von Creative Director Johannes Siegmund, er sitzt auf einer Holzbank im Core und lächelt in die Kamera

01

Jeder Mensch ist ein Künstler, meinte Beuys. Wo sind dann die ganzen Kreativen?

Die Lehrerin sagtVerspielt

→

Später nennt man dasKreativ.

Über meinen kleinen Sohn hat eine Lehrerin gesagt, er sei noch recht verspielt. Ich würde sagen, später nennt man das kreativ. (Lacht.)

Im Ernst: Als Kreativer muss man sich einen kindlichen Blick bewahren, Bock haben, alles in Frage zu stellen und sich auf unsicheres Terrain zu begeben. Davor haben viele Menschen Angst. Aber es ist eben die Voraussetzung dafür, Neues zu erschaffen.

02

Wie hat sich das Kreative bei dir bemerkbar gemacht?

Langeweile

In der Schule fing ich an, meine Lehrer als Comicfiguren zu zeichnen.

Erwischt

Mein Physiklehrer hat mich dabei erwischt. Ich dachte, jetzt gibt’s Ärger …

Das Ende

… aber er hat sich einfach gefreut und wollte die Cartoons unbedingt seiner Frau zeigen.

03

Wann war dir klar, dass du beruflich kreativ werden willst?

Nach dem AbiturAnglistik & Kunstgeschichtefurchtbar gelangweilt

→

DannKommunikations­design.

Da ist mir bewusst geworden, dass ich einfach etwas Kreatives machen muss.

04

Hast du auch noch andere Interessen?

Piano.

Allgemein interessiere ich mich für Kultur, für Sprache und besonders auch für Musik. Ich spiele Piano in einer Big Band, die Latin, Funk und modernen Jazz auf dem Programm hat.

Ich liebe es, auch da kreativ zu sein, zu improvisieren. Es ist das Gegenteil von Langeweile.

05

Wäre professioneller Musiker nicht auch ein cooler Job?

Ja (überlegt)

Aber du musst schon extrem viel Aufwand treiben, um überhaupt an einer Musikhochschule angenommen zu werden. Dafür fehlte mir nach dem Ausflug in die Kunstgeschichte dann schlicht die Zeit.

06

Was muss ein Creative Director mitbringen?

01Den Blick aufs Ganze.
02Die Vision für eine Marke.
03Ein Team führen.

Dinge gut erklären, anleiten, motivieren – auch durch das eigene Beispiel.

07

Was liebst du an deinem Job?

„Schöpfermoment.“

Dass ich jeden Tag etwas komplett Neues erschaffen kann. Ich würde das als „Schöpfermoment“ bezeichnen.

08

Was hasst du an deinem Job?

„Nee, mag ich nicht.“

Hass ist ein sehr schlechtes Gefühl. Ich will nichts hassen. Aber wenn wir eine coole Idee vorschlagen, von der wir echt überzeugt sind – und der Kunde dann einfach nur sagt: Nee, mag ich nicht. Das tut dann schon weh.

09

Hast du einen Lieblingskünstler?

Abstrakte Kunst.

Ich kann mich wirklich für jede Form von Kunst begeistern. Etwas mehr vielleicht für abstrakte Kunst.

10

Gibt es ein berühmtes Kunstwerk, das du gerne verbessern würdest?

Nein!

Das hat ein anderer kreativer Mensch erschaffen, also ist es perfekt, wie es ist. Ich kann auch nicht sagen, was prinzipiell richtig oder prinzipiell falsch ist.

Kreative machen nichts aus Prinzip.

Frese & Wolff Werbeagentur, Foto von Creative Director Johannes Siegmund, er sitzt auf einer Holzbank im Core und lächelt in die Kamera

Johannes ist Creative Director bei FW.

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