UND AM ENDE WARTET EIN PRINZ

Hallo ihr Lieben! 🙂

Nun bin ich seit fast zwei Wochen wieder zurück in Deutschland und habe endlich eine freie Minute, die letzte Woche meines Auslandspraktikums in London Revue passieren zu lassen – wie schnell Zeit die vergeht…

Nachdem ich am vorletzten Wochenende wie berichtet den ganzen Tag auf dem Marktplatz unterwegs war und überall aushalf, wo eine Hand benötigt wurde, arbeitete ich die Woche über an der Bar, im Ticketverkauf und am Merchandise Stand. Am meisten war ich an der Bar vertreten – natürlich dahinter stehend, nicht davor 😉 – da viele Freiwillige unter 18 Jahre waren und somit keinen Alkohol ausschenken durften. Das hat echt richtig Spaß gemacht und da ich selten eine Schicht mit den anderen Deutschen hatte, habe ich schön viel Englisch gesprochen und viele neue Leute kennengelernt. Was den Abschied am Ende allerdings umso schwerer gemacht hat 🙁

Wenn ich gerade mal nicht bei den Veranstaltungsorten meine Schicht absolviert habe, half ich im Büro aus und habe unter anderem den Sitzplan für die Royal Gala mit einer Kollegin erstellt und die Tickets für die VIP-Gäste vorbereitet, die ich an dem Abend dann ausgegeben habe. Die Royal Gala heißt natürlich aus gutem Grund so: wir bekamen hohen Besuch von Prince Edward, dem jüngsten Sohn der Queen. Das war schon ziemlich cool und die Gala an sich war auch ein voller Erfolg! Das absolute Highlight des Abends: in der Pause durften wir in den VIP-Bereich und den Prinzen für ein persönliches Gespräch treffen. Wir plauderten mit ihm über unser Praktikum, unser Leben in Deutschland und über das Festival. Greta und ich waren ziemlich aufgeregt, aber der Prince Edward war wirklich sehr bodenständig und ein überaus interessierter Zuhörer. Hier seht ihr ein paar Bilder von dem Abend:

Inner Circle Team IYAF 2017
Gruppenfoto einer Auswahl an Frewiliigen beim IYAF2017

Toll war auch, dass alle Freiwilligen ein Festivalarmband bekommen haben, mit dem wir kostenlos an sämtlichen Veranstaltungen während des Festivals teilnehmen konnten, wenn 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn noch Karten verfügbar waren. Das habe ich natürlich genutzt und mir unter anderem die Vorstellung MINE angesehen. Das preisgekrönte Stück ist ein intensiver one-woman Monolog, der davon handelt, was ein Elternteil durchmachen muss, wenn das eigene Kind für ein unaussprechliches Verbrechen ins Gefängnis kommt. Es ist ein sehr bewegendes Stück über Schuldgefühle, Scham, Mut und gute Erziehung. Hier der Trailer:

Am Freitag war ich mit einigen Arbeitskollegen im Ballett. Die Chance hat man hier in Deutschland nicht so häufig und wenn, dann ist es meist sehr teuer. Mit 2,5 Stunden war es definitiv für Liebhaber ausgelegt; zum Glück war es echt gut und die Zeit verging wie im Flug – besonders für meine Kolleginnen, mit denen ich nach der Gala-Nacht noch unterwegs war und die das Ballett für ein kleines Schläfchen nutzten… 😀

Die letzten drei Abende verbrachte ich mit den anderen Freiwilligen und einigen Arbeitskollegen an der Themse. Abends tummelte sich gefühlt ganz Kingston am Wasser und es war eine tolle Atmosphäre. Diesen Anblick werde ich vermissen:

Am Samstag habe ich noch ein letztes Mal gearbeitet und auf dem Marktplatz die Musiker betreut, damit sie ihren Einsatz auf der Bühne nicht verpassen. Das hatte den positiven Nebeneffekt, dass ich den ganzen Tag über tolle Musik gehört habe. Das Wetter hat leider gegen Ende nicht mehr ganz so mitgespielt, aber es war eh schon sehr verblüffend, dass es in den vier Wochen nur an zwei Tagen geregnet hat – für die Einheimischen ein kleines Wunder.

Tja und dann hieß es Koffer packen! Mit einer neuen Taktik – Socken in die Schuhe stopfen und alles andere einrollen – konnte ich auf ein ganzes Handgepäckstück verzichten. Mit Koffer und Rucksack ging es Sonntagmittag noch ein letztes Mal ins Büro, wo ich mich von allen verabschiedete. Vorher wurde aber noch ein wenig Papierkram erledigt: der Praktikumsvertrag wurde unterzeichnet und das Teilnahmezertifikat ausgehändigt. Die Einladung fürs nächste Jahr wurde auch direkt ausgesprochen und wer weiß – vielleicht nehme ich sie auch an 🙂

In wenigen Wochen werde ich noch eine Nachbesprechung mit meiner betreuenden Lehrkraft haben und für die Homepage der Berufsschule einen Teilnahmebericht verfassen. Dann muss noch eine Umfrage von der Europäischen Union ausgefüllt und der Europass beantragt werden. Ein bisschen was ist also noch zu tun. Schön ist aber, dass dadurch auch die Erinnerungen langsamer verblassen.

Und die Erinnerungen an die Zeit in London sind wirklich durchweg positiv. Als Fazit kann ich nur sagen, dass es eine verdammt schöne Zeit war. Ich habe viele neue Erfahrungen gewonnen, Freundschaften geschlossen und einiges dazugelernt sowohl auf beruflicher als auch auf privater Ebene. Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses Auslandspraktikum wahrnehmen durfte!

Take care, eure Malien